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Steuern mit Kopf

Steuerklasse 6 und Lohnsteuer

Steuerklasse 6 und Lohnsteuer: Berechnung und Auswirkungen

Das deutsche Steuersystem ist so facettenreich wie ein Schweizer Taschenmesser, und wenn du schon mal einen Blick auf deine Lohnabrechnung geworfen hast, weißt du, dass die Steuerklasse eine wesentliche Rolle spielt. Insbesondere Steuerklasse 6 kann für Stirnrunzeln sorgen. Warum? Nun, in diesem Blogbeitrag tauchen wir tief in die Welt der Lohnsteuer ein, beleuchten, wie sie in Steuerklasse 6 berechnet wird, und was das für dein Nettoeinkommen bedeutet.

Was ist Steuerklasse 6?

Steuerklasse 6 – das klingt erstmal nicht so verheißungsvoll. Sie ist in Deutschland die Steuerklasse, die für das zweite oder weitere Arbeitsverhältnisse einer Person zutrifft. Du hast also bereits einen Hauptjob und möchtest nebenbei noch ein bisschen was dazuverdienen? Bingo, hier kommt Steuerklasse 6 ins Spiel. Sie sorgt dafür, dass dein Zusatzeinkommen ordnungsgemäß versteuert wird.

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Die Berechnung der Lohnsteuer in Steuerklasse 6

Wenn du in Steuerklasse 6 rutschst, musst du dich darauf einstellen, dass der Staat hier kräftig zugreift. Der Grund: Es gibt keine Grundfreibeträge, keine Werbungskostenpauschale und keine Sonderausgaben, die direkt berücksichtigt werden. Jeder Euro wird also voll besteuert.

Die Lohnsteuer berechnet sich nach deinem Bruttolohn. Dabei wird die Lohnsteuertabelle herangezogen, die auf deinem zu versteuernden Einkommen basiert. Je höher dein Einkommen, desto höher der Steuersatz – das ist das Prinzip des progressiven Steuertarifs.

Nehmen wir ein einfaches Beispiel:

Du hast einen Hauptjob, bei dem du monatlich 2.500 Euro brutto verdienst. Dein Nebenjob bringt dir zusätzliche 500 Euro ein. In deinem Hauptjob wirst du nach deiner persönlichen Steuerklasse besteuert, sagen wir mal Steuerklasse 1. Für dein Nebeneinkommen kommt nun Steuerklasse 6 zum Tragen, und die volle Lohnsteuerlast drückt auf diese 500 Euro.

Angenommen, der Steuersatz in Steuerklasse 6 für dein Einkommensniveau liegt bei 40% (zur Vereinfachung der Rechnung), dann würdest du von deinem Nebenjob nur 300 Euro netto übrig behalten. Schon spürbar, oder?

Auswirkungen auf das Nettoeinkommen

Jetzt wird’s spannend, denn die Auswirkungen auf dein Nettoeinkommen können beachtlich sein. Die Kombination aus hohen Steuersätzen und dem Wegfall von Freibeträgen in Steuerklasse 6 führt dazu, dass das Zusatzeinkommen oft stark schrumpft.

Um zu veranschaulichen, wie unterschiedlich die Nettoeinkommen ausfallen können, stelle dir zwei Szenarien vor:

  1. Du bist Single, hast keine Kinder, und dein Hauptjob wird in Steuerklasse 1 besteuert. Dein Nebenjob in Steuerklasse 6 wird deutlich höher besteuert, und das merkst du am Ende des Monats.
  2. Du bist verheiratet, und dein Ehepartner verdient weniger oder gar nichts. Hier könntet ihr euch für die Kombination der Steuerklassen 3 und 5 entscheiden, die vorteilhafter sein kann. Dein Nebenjob in Steuerklasse 6 bleibt zwar weiterhin hoch besteuert, aber die Gesamtsteuerlast im Hauptjob ist geringer.

Und noch ein Beispiel: Angenommen, du verdienst in deinem Hauptjob 40.000 Euro brutto jährlich und nimmst einen Nebenjob an, der dir 5.000 Euro extra einbringt. In Steuerklasse 6 könnten davon schnell mal 2.000 Euro an Steuern abgehen – ein satter Batzen!

Strategien für Mehrverdiener

Es gibt ein paar Dinge, die du tun kannst, um den Steuerbiss zu mildern:

  • Steuererklärung: Mach eine Steuererklärung! Oft kannst du über diese Wege Steuern zurückbekommen, indem du Werbungskosten und Sonderausgaben geltend machst.
  • Freibeträge: Prüfe, ob du für deinen Hauptjob Freibeträge auf der Lohnsteuerkarte eintragen lassen kannst. Das erhöht dein Netto dort und kann die Gesamtbelastung senken.
  • Nebenjob-Check: Manchmal lohnt es sich, genau nachzurechnen, ob der Nebenjob nach Steuern wirklich noch attraktiv ist.

Fazit

Steuerklasse 6 ist nicht gerade das, was man als Steuerparadies bezeichnen würde. Die hohe Besteuerung des Zusatzeinkommens führt dazu, dass man sich gut überlegen sollte, ob und wie viel man nebenbei arbeitet. Wichtig ist, dass du dich nicht von den hohen Abzügen entmutigen lässt. Mit etwas Planung und der jährlichen Steuererklärung kannst du dir einen Teil des Geldes zurückholen. Im Klartext: Steuerklasse 6 ist kein Grund zu verzweifeln, sondern ein Anlass, deine Steuersituation noch mal genau unter die Lupe zu nehmen und optimal zu gestalten.

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Disclaimer: Die Inhalte dieser Webseite stellen keinerlei steuerliche oder rechtliche Beratung dar. Bitte konsultiere für eine umfassende steuerliche Beratung einen Steuerberater. Unsere Empfehlung Online Steuerberatung SIROC.

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