Steuerliche Vorteile und Konsequenzen

Das solltest du bei einer Eheschließung wissen

Natürlich sollte der Grund für eine Heirat immer die Liebe sein und nicht die potentielle Steuerersparnis. Dennoch sollten Paare ihre steuerlichen Vorteile und Konsequenzen kennen, um nichts zu verschenken und vorbereitet zu sein.

Das der Trauschein geldwert ist und welche Fallstricke es gibt, erklären wir dir in Folgendem.

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1. Schenkungen zwischen Ehepartnern

Bei Ehegatten bestehen besondere Freibeträge sowie günstige Steuerklassen. Zudem sind Geschenke zwischen Ehepartnern bis zu einem Wert von 500.000 Euro steuerfrei. 

Wusstest du außerdem, dass auch bei Verlobungsgeschenken in der Regel keine Schenkungsteuer anfällt? Dabei handelt es sich um eine sogenannte „Schenkung mit aufschiebender Bedingung“.

Diese wird erst wirksam, wenn die Ehe geschlossen wurde – und dann greift der Freibetrag. Kommt es doch nicht zur Hochzeit, fallen bei Geschenken mit einem Wert von mehr als 20.000 Euro Steuern an. Der Beschenkte muss das Präsent dann zurückgeben oder eben Steuern zahlen.

Somit besteht hier für alle Ehepartner oder Paare, die eine Heirat planen ein guter Gestaltungsspielraum, um Vermögen schenkungssteuerfrei zu übertragen – denn du weißt ja: Steuern spart – wer Steuern plant!

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass Vermögensübertragungen langfristig geplant und bereits zu Lebzeiten durchgeführt werden sollten. Alle 10 Jahre können die persönlichen Freibeträge von  500.000 Euro ausgenutzt werden.

Deine Möglichkeiten

  • Das zu eigenen Wohnzwecken genutzte Haus oder eine Eigentumswohnung (Familienheim) kann ohne betragsmäßige Begrenzung unabhängig von den persönlichen Freibeträgen schenkungssteuerfrei auf den Ehegatten übertragen werden. Wird das Familienheim dagegen erst im Erbfall auf den Ehegatten übertragen, ist Voraussetzung für die Steuerfreiheit, dass das Familienwohnheim anschließend zehn Jahre für eigene Wohnzwecke genutzt wird.

 

  • Zu den Haushaltsgegenständen zählt die gesamte Wohnungseinrichtung (auch einer Zweitwohnung), wie z.B. Möbel, Teppiche, Geschirr, Bücher, Fernsehgeräte oder auch der Bestand eines Weinkellers. Diese können bis zum einem Wert von 41.000 Euro steuerfrei auf den Ehegatten übertragen werden à alle 10 Jahre

 

  • Kunstgegenstände von ernsthaftem künstlerischem Gewicht und Sammlungen (z.B. Briefmarken) können bis zu einem Wert von 12.000 Euro steuerfrei übertragen werden, sofern es sich nicht um Sammlungen z.B. von Münzen, Edelmetallen, Edelsteinen oder Perlen handelt. 

 

  • Gesetzliche Unterhaltszuwendungen: Gesetzliche Unterhaltszuwendungen an den Ehegatten unterliegen mangels Freigebigkeit nicht der Schenkungsteuer. Der Umfang der gesetzlichen Unterhaltspflicht hängt von den individuellen Einkommens- und Vermögensverhältnissen der Ehegatten ab und ermöglicht somit im Einzelfall eine kontinuierliche Übertragung von nicht unerheblichem Vermögen im Laufe der Zeit

Wichtig für UnternehmerInnen / Betriebsvermögen

  • Bei Unternehmern ist in diesem Zusammenhang bedeutsam, dass das dem Ehegatten übertragene Vermögen regelmäßig der Haftung für betriebliche Schulden entzogen wird und damit auch im Krisenfall zumindest ein Teil des Vermögens erhalten bleiben kann

 

  • Wenn Betriebsvermögen übertragen wird, ist eine besonders sorgfältige Planung und Kontrolle sinnvoll, um die erbschaft- bzw. schenkungssteuerlichen Vergünstigungen für die Übertragung von Betriebsvermögen möglichst vollständig zu erhalten bzw. nicht zu gefährden

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass übliche Gelegenheitsgeschenke (= bezüglich Anlass, Art und Wert in weiten Kreisen der Bevölkerung verbreitete Geschenke), z. B. anlässlich von Hochzeiten, Geburtstagen, Volljährigkeit, Weihnachten, dem bestandenem Abitur oder einem Berufsexamen steuerlich unbeachtlich sind.

2. Ehevertrag – was du darüber wissen solltest

Der “schönste Tag des Lebens”: So wird die Hochzeit häufig auch genannt. Von einem Ehevertrag wollen dabei viele Paare nichts wissen. Doch dieser kann sehr sinnvoll sein.

Was passiert ohne Ehevertrag im Fall einer Scheidung?

Wenn keinen Vertrag aufsetzt wird , greift bei einer Scheidung automatisch die gesetzliche Regelung, die sogenannte Zugewinngemeinschaft.

Wie wird der Zugewinn ermittelt und geteilt?

Dazu wird das Vermögen zum Zeitpunkt der Eheschließung mit dem zum Zeitpunkt der Zustellung des Scheidungsantrags verglichen. Derjenige, der am Ende wirtschaftlich besser dasteht, muss die Hälfte der Differenz abgeben. Aus diesem Grund ist die Zugewinngemeinschaft für einige Paare keine gute Wahl. An der Stelle der Tipp: Vermögen immer aufzeichnen!

Wann ist eine Ehevertrag dringend zu empfehlen?

  • Ein Ehegatte hat ein Unternehmen oder eine Unternehmensbeteiligung, ist Kaufmann/Kauffrau oder FreiberuflerIn 
  • Ein Ehepartner ist Inhaber eines Betriebs und der andere ist dort “nur” angestellt
  •  die Partner haben verschiedene Nationalitäten 
  • ein Partner startet mit hohen Schulden in die Ehe. Hier ist es besonders ratsam, einen Ehevertrag zu schließen, um die Schulden festzuhalten. Nur so wird bei einer Scheidung die Schuldentilgung in der Ehe beim Zugewinnausgleich berücksichtigt.

Ganz generell gilt

Durch einen Vertrag entsteht Transparenz über alle Vermögensfragen, auch Unterhaltszahlungen bzw. ein Versorgungsausgleich können begrenzt oder ausgeschlossen werden.

Wichtig: Kinder dürfen jedoch nicht vom Unterhalt ausgeschlossen werden.

Was ist zu beachten?

Grundsätzlich kann der Ehevertrag frei gestaltet werden (ggf. sinnvoll einen Notar einzuschalten). Allerdings wird ein Vertrag unwirksam, wenn die Lasten so ungleich verteilt sind, dass sie den ehelichen Verhältnissen in keiner Weise gerecht werden. Bestimmungen dürfen nicht den “guten Sitten” widersprechen oder zu Lasten Dritter gehen.

Gut zu wissen: Eheverträge lassen sich zudem nachträglich ändern und an neue Lebenssituationen anpassen

3. Was gilt bei einer Scheidung?

Änderung der Steuerklassen

Im Trennungsjahr dürfen die günstigen Steuerklassen beibehalten werden. Zum 1. Januar des Folgejahres ist dann endgültig Schluss. Getrennt Lebende müssen dann ihre Steuerklassen wieder ändern. Ex-Partner ohne Kinder werden wieder mit der Steuerklasse I berechnet. Der Elternteil, zu dessen Haushalt die Kinder zählen, kann die Steuerklasse II mit integriertem Entlastungsbetrag für Alleinerziehende wählen.

Scheidungskosten

Trennungskosten nicht absetzbar, da Privatsache! Geht es an die existenzielle Lebensgrundlage, lässt sich der Fiskus durchaus erweichen. Sie können also Scheidungskosten steuermindernd als außergewöhnliche Belastung geltend machen, wenn sie sonst lebensnotwendige Bedürfnisse nicht mehr im üblichen Rahmen befriedigen könnten.

Unterhalt

Der Unterhalt an Ex-Partner ist bis zu 13.805 Euro als Sonderausgaben absetzbar. Zusätzlich können die für den Ex-Partner übernommene Basisbeiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung abgesetzt werden. Allerdings muss der Zahlungsempfänger auf der Anlage U dem Abzug des Unterhalts zustimmen. Tut er das ohne triftigen Grund nicht, kann ihn der Zahlende auf Zustimmung verklagen und notfalls Schadenersatz fordern. Den vom Zahlenden abgesetzten Unterhalt muss der Empfänger als sonstige Einkünfte versteuern. Dadurch entstehende Nachteile bei der Steuer muss der Zahlende

Ausgleichszahlung

Werden Ausgleichszahlungen zur Vermeidung des Versorgungsausgleichs geleistet, können diese Zahlungen ebenfalls als Sonderausgaben abgesetzt werden. Ausgleichszahlungen für den Verzicht auf den Versorgungsausgleich sind steuerlich absetzbar. Wie beim Unterhalt muss der Empfänger auf der Anlage U dem Abzug zustimmen und die Zahlung selbst versteuern.

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